Informationssicherheit gestern, heute & Trends
Informationssicherheit ist heute Voraussetzung für Marktzugang. Wer Aufträge gewinnen, Lieferketten bedienen und regulatorische Anforderungen erfüllen will, muss strukturiert nachweisen können, „ausreichend sicher“ zu sein. Standards wie ISO 27001 und TISAX® liefern dafür den belastbaren Rahmen.
Warum es Standards überhaupt gibt
In den 80er-Jahren existierte kaum strukturierte Informationssicherheit — jedes Unternehmen löste das Thema eigenständig, ohne gemeinsame Sprache. Vergleichbar mit der Buchhaltung vor IFRS: viele Wahrheiten nebeneinander, kaum Vergleichbarkeit zwischen Unternehmen.
Vernetzte Prozesse, globale Lieferketten und wachsende Cyberbedrohungen schufen ein neues Kernproblem: Wie beweist man verlässlich, „ausreichend sicher“ zu sein?
Die erste strukturierte Antwort kam 1995 aus Grossbritannien mit BS 7799 — dem direkten Vorläufer der heutigen ISO 27001. Daraus entwickelte sich:
- ISO / IEC → ISO/IEC 27001 als globales Rahmenwerk
- Industrie → TISAX® für skalierbare Lieferantensicherheit
- Staaten → Regulatorik wie NIS2 (EU) oder das Schweizer Informationssicherheitsgesetz (ISG)
- Praxis → technische Baselines wie CIS Controls
→ Standards sind die strukturierte Antwort auf reale Risiken, fehlendes Vertrauen und steigende regulatorische Anforderungen.
Wohin die Reise geht
Die Entwicklung zeigt drei unumkehrbare Trends:
- 1.Von Dokumentation zu WIRKSAMKEIT
Es reicht nicht mehr, Sicherheitsrichtlinien nur auf dem Papier zu haben. Die Normen (z.B. ISO 27001:2022) fordern messbare Sicherheit, die durch Kennzahlen und technisches Monitoring aktiv nachgewiesen werden muss.
- 2.Vom Einzelunternehmen zur LIEFERKETTE
Die Sicherheit des eigenen Unternehmens hängt von der Sicherheit der Partner ab. Der Fokus weitet sich daher auf die gesamte Wertschöpfungskette aus. Unternehmen werden zunehmend für die Sicherheit ihrer Zulieferer mitverantwortlich gemacht.
- 3.Von optional zu GESCHÄFTSKRITISCH
Nachweisbare Sicherheit ist ein harter Geschäftsfaktor geworden. Standards wie ISO 27001 entscheiden immer öfter direkt über den Geschäftserfolg – also darüber, ob man an Ausschreibungen teilnehmen, Verträge abschliessen und als vertrauenswürdiger Partner wahrgenommen wird.
Was das für Sie bedeutet
Die entscheidende Erkenntnis ist: Informationssicherheit ist heute Infrastruktur für Vertrauen – vergleichbar mit Qualität oder Finanzen. Wer hier strukturiert handelt, gewinnt nicht nur Sicherheit, sondern Verhandlungsstärke gegenüber Kunden, Partnern und Versicherern.
Häufig gestellte Fragen
Nicht immer Pflicht – aber oft von Kunden, Partnern oder Branchen wie Automotive verlangt. Viele KMU wählen ISO 27001 freiwillig, um Sicherheit professionell aufzubauen, Risiken zu senken und sich klar im Markt zu positionieren.
Nein. Ein ISMS schafft klare Abläufe, reduziert Ausfälle und erleichtert Nachweise gegenüber Kunden und Behörden. Mit einem schlanken, KMU-gerechten Ansatz bleiben Aufwand und Kosten überschaubar – und die höhere Resilienz zahlt sich schnell aus.
Mehr als Cyberangriffe: Ein ISMS schützt auch vor Fehlern, Ausfällen, Datenverlust, Lieferantenproblemen und Compliance-Risiken. Klare Prozesse und Verantwortlichkeiten machen Schwachstellen früh sichtbar und erhöhen Sicherheit und Verlässlichkeit.
👉 Mehr dazu finden Sie auch in unserem Blog: Unsere Artikel zeigen KMU, wie sie Zeit sparen, Kosten realistisch einschätzen und typische Stolperfallen vermeiden.